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Stufe Fünf

Mental (Magische Geistes-Schulung):
Der "Tiefenpunkt" und die Raummagie --

Bardon beginnt seine Erklärung des Tiefenpunktes mit einem Zitat von Archimedes: "Zeiget mir einen Punkt im Universum [auf dem ich stehen kann] und ich hebe die Welt aus den Angeln." Leider ist Bardons Erklärung dessen was Archimedes sagen wollte für den heutigen Leser nicht verständlich genug.

Zum leichteren Verständnis für den uneingeweihten Leser spricht Bardon von den drei gewöhnlichen physischen Dimensionen und stellt diesen eine vierte nicht-physische Dimension gegenüber. Doch für die Schüler der Hermetik (und für heutige Physiker) reicht dies nicht aus. Die hermetische Wissenschaft ist sich der Tatsache bewusst, dass man es im Reich des Stofflichen mit mehr als nur drei Dimensionen zu tun hat. Neben Länge, Breite und Höhe gibt es eine weitere Dimension, die einen unmittelbaren Einfluss auf physische Materie hat: die Dauer. Jedes physische Ding existiert für eine bestimmte Zeitspanne was von Bedeutung ist, da zum Zeitpunkt der physischen Gegenwart die physische Materie nicht unendlich ist. Zu jedem Zeitpunkt innerhalb des Raum-Zeit Kontinuums kommt nur ein kleiner Teil der physischen Unendlichkeit des Universums zum Ausdruck. Mit anderen Worten: Die physische Unendlichkeit des Universums existiert in ihrer Gesamtheit nur jenseits der Zeit, in der Ewigkeit. In der physischen Welt, in der die Dimensionen Länge, Breite und Höhe bestimmend sind, beeinflusst die Dauer der physischen Form eines Dings dessen Existenz also genauso stark wie die übrigen drei Dimensionen.

Bardon beschreibt die Zeit als diese vierte Dimension aber er gibt sie nicht als physische Dimension an - und genau darin liegt das Missverständnis: Der Punkt, auf den Archimedes sich bezieht, ist keine physische Dimension. Archimedes und Bardons Punkt sind in Wirklichkeit eine fünfte Dimension, die der "Bedeutung".

Die Dimension der Bedeutung hat unmittelbaren Einfluss auf die physische Welt, da es die Bedeutung eines Dings (die wir auf der physischen Ebene im Zweck erkennen) ist, die die genauen Details seiner Erscheinung bestimmt. Aber sie ist keine physische Dimension im engeren Sinne wie die ersten vier. Die Bedeutung reicht über alle Dimensionen der Existenz hinweg und beeinflusst jede auf ähnliche Art und Weise.

Auf der physischen Ebene ist die Dauer derjenige Teil der Zeit der Einfluss ausübt. Auf der Astralebene wird die Zeit zu mehr als der begrenzten Dauer der physischen Ebene, da die gesamte Dauer der Zeit sich den astralen Augen öffnet. Und auf der Mentalebene wird Zeit zu Ewigkeit und die mentalen Augen nehmen die gesamte unendliche Dauer der Zeit als vereintes Ganzes wahr. Die Unterschiede mögen fein klingen so wie ich sie beschreibe aber sie sind alles andere als das. Die Wichtigkeit dieser drei Arten, Zeit wahrzunehmen ist aus einer Raum-Zeit Perspektive heraus schwer zu verstehen.

In der Zeit Archimedes wurde das Universum als unendlich wahrgenommen - unendlich nicht nur im räumlichen Sinn, sondern auch bezüglich Gedanken, Ideen, Gefühlen, Bedeutung und Zeit. Auf ähnliche Weise definiert die hermetische Philosophie jede der drei Ebenen (die Mental-, die Astral- und die physische Ebene) als jeweils für sich unendlich. Die Schwierigkeit besteht darin, dass man, um die Unendlichkeit insbesondere der physischen Ebene wahrzunehmen, diese aus der Perspektive einer höheren Ebene betrachten muss. Man muss mit anderen Worten den Fokus der Aufmerksamkeit verschieben und anstatt sich inmitten des eigenen physischen Körpers zu sehen das Universum aus dem Herzen des astra-mentalen Körpers betrachten. Dies befreit dich von den räumlichen Beschränkungen der Dauer des gegenwärtigen Augenblicks und macht es möglich, dich von den persönlichen Verwicklungen in den Lebensumständen des gegenwärtigen Augenblicks zu trennen. Dies ist die Perspektive des Tiefenpunktes und von hier aus kannst du die Bedeutung eines Dings unmittelbar auf der astral-mentalen Ebene erkennen.

Eine weitere Überlegung die du in Verbindung mit dem Tiefenpunkt bedenken musst ist die einzigartige Natur der Unendlichkeit. Diese ist für die Hermetik eine wichtige Angelegenheit, mit der sich jeder ernsthafte Lernende beschäftigen sollte.

Eines der Geheimnisse einer Unendlichkeit ist, dass sich jeder einzelne, bestimmbare, endliche Punkt im exakten Zentrum der Unendlichkeit befindet. Ein Beispiel: Egal wo du dich in einem wirklich unendlichen Raum befindest, in jede Richtung erstreckt sich der Raum unendlich weit. Oder anders ausgedrückt: Unendlichkeit besitzt keine Grenzen im eigentlichen Sinne - sie besitzt nur "Zentrum". Mehr noch: Dieses Zentrum kann jede beliebige Größe besitzen, es bleibt dennoch ein endliches Zentrum in der Unendlichkeit.

Bewusstsein durchdringt als Grund- oder Urprinzip das gesamte Universum, auf jeder Ebene. Auf unserer Ebene als menschliche Wesen, manifestiert sich dieses Urbewußtsein am deutlichsten in unserer individuellen Aufmerksamkeit. Unser individuelles Bewusstsein ist es, was uns unmittelbar an das unendliche Bewusstsein des Seins bindet. Wir haben, kraft dieser Verbindung, die Fähigkeit den endlichen Mittelpunkt unserer Aufmerksamkeit irgendwo innerhalb des unbegrenzten Universums zu platzieren und beliebig auszudehnen oder zusammenzuziehen.

Im Verfolgen des Tiefenpunktes befreien wir das Zentrum unserer Aufmerksamkeit von den Fesseln des gegenwärtigen physischen Augenblicks und sind dann in der Lage es auszudehnen und umherzubewegen.

Der Tiefenpunkt ist kein räumlicher Punkt. Oder anders gesagt: Er ist kein Ort oder ein Gegenstand. Er ist nicht, wie einige fälschlich angenommen haben, das Zentrum der Schwerkraft einer physischen Form. Dies ist nur als Analogie gedacht, um die Visualisierung und Vorstellung zu verbessern während man dabei ist den Tiefenpunkt zu erreichen.

Den Tiefenpunkt und den Weg sich seiner bewusst zu werden, kann man auf viele Arten beschreiben. Nach einer Tradition mit der ich vertraut bin, wird der Tiefenpunkt mit Tiphareth gleichgesetzt (der kabbalistischen Kugel die mit Sol, der Sonne assoziiert wird). In diesem System wird der Initiierte angewiesen, mental zu einem Tempel Tiphareths zu reisen, dort angekommen in einen Teich oder eine Kristallkugel zu blicken und die eigenen Lebensumstände wie von oben zu beobachten. Dies bewirkt eine gewisse Distanzierung von der unmittelbaren Einbindung in die eigenen Lebensumstände und ermöglicht dem Initiierten eine neue, erweiterte Sicht der Dinge. Das grundlegende Gefühl ist hier, dass man in Berührung mit dem eigenen inneren Sinn gekommen ist und den physischen Ausdruck dieses Sinnes aus dem eigenen Innersten heraus betrachtet. Noch weiter verfolgt, eröffnet diese Perspektive dem Initiierten den gesamten Verlauf der eigenen Existenz (vergangene Leben) bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt.

Vom Tiefenpunkt aus kann die Eingeweihte die physische Manifestation einer jeden Sache von innen heraus beeinflussen. In dieser Weise steht er mit der Technik der Bewußtseinsübertragung der vorangehenden Stufe in Verbindung. Die fünfte Stufe erweitert die Bewußtseinsübertragung und bringt sie auf eine neue Ebene. Die Arbeit beginnt mit der Übertragung deines Bewusstseins in den Tiefenpunkt anderer Dinge und endet mit dem erreichen deines eigenen Tiefenpunktes.

Wenn du jedoch nur von der Sichtweise ausgeht, das Bewusstsein an den räumlichen Ort eines anderen Dings zu versetzen, wirst du nicht den wahren Tiefenpunkt finden. Stattdessen musst du nach etwas Tieferem als den räumlichen Koordinaten greifen.

Ein weiteres Mysterium einer Unendlichkeit ist, dass ein endlicher Punkt in der Unendlichkeit diese durch endliche Vergrößerung niemals umfassen kann. Der einzige Weg eine Unendlichkeit zu umfassen ist selbst zur Unendlichkeit zu werden. Dies erfordert - an einem endlichen Punkt auf dem Weg - einen Quantensprung der Ausdehnung mit dem, ohne Übergang, das Zentrum zum Ganzen wird.

Die Tiefenpunkt-Übungen sind nur endliche Schritte auf dem Weg die ganze Unendlichkeit zu umfassen. Alles was sie tun werden ist dich selbst zum Schwimmer im unendlichen Strom der Zeit zu machen. Der letzte Schritt ist es der Strom selbst zu werden, nicht nur ein Fisch, der im Fluss des Stroms herum schwimmt. Aber der Tiefenpunkt ist sozusagen das Nadelöhr, durch das du hindurch musst, um die ultimative Ausdehnung erreichen zu können.

Es gibt viele Stufen und Grade von Unendlichkeit. Die Unendlichkeit der Raum-Zeit ist nur die erste, die die hermetische Magierin erobern muss. Wenn das menschliche Bewusstsein sich soweit ausdehnt, dass es die gesamte Unendlichkeit der Raum-Zeit umfasst, wird diese zu einer "geschlossenen Unendlichkeit" und die neu gewonnene Perspektive erlaubt es dem Menschen andere Unendlichkeiten direkt wahrzunehmen. Aus dieser Perspektive wird die ganze Unendlichkeit der Raum-Zeit als vereinigtes Ganzes wahrgenommen und das Bewusstsein ist dazu in der Lage sich nach eigenem Ermessen auf jeden Teil des Raum-Zeit-Kontinuums zu konzentrieren.

Der Hebel, von dem Archimedes sprach, findet sich im Tiefenpunkt eines jedweden Dings. Dies ist mit der vierten und umfassendsten Art oder Stufe der Bewußtseinsübertragung gleichzusetzen, von denen ich im Material zur vierten Stufe sprach.

Um den Tiefenpunkt zu erreichen, muss die Schülerin die Gedankenleere (der ersten Stufe) bis zu einem hohen Grad gemeistert haben. Die Schülerin muss in der Lage sein, sich von allen Beziehungen zu ihren physischen Sinnen vollkommen zu lösen. Dies ist der Schlüssel, um den Tiefenpunkt zu erreichen.

Astral (Magische Seelenschulung):
Elementarprojektionen --

Die Übungen der Magischen Seelenschulung der Stufe fünf ähneln denen der vorangehenden Stufen, nur dass sie sich jetzt mit der Elementarprojektion beschäftigen. Die Techniken sind genau die gleichen wie die, mit denen die Lebensenergie gemeistert wurde. Daher sollten diese Übungen für den Schüler kein Problem darstellen.

Es mag für den passiven Leser wirklich unmöglich sein, zu verstehen wie es sich an fühlt, ein Element zu stauen, zu verdichten und zu projizieren. In den Händen der Magierin werden diese Elemente sehr reale, konkrete Dinge, die zu einem solchen Grad verdichtet werden können, dass sie physikalisch aktiv werden.  Wenn Bardon davon spricht, das Feuerelement bis zu einem solchen Grad zu verdichten, dass es jeder spüren kann, dann übertreibt er damit nicht.

In jedem Fall muss dieser Teil von "Der Weg zum wahren Adepten" sorgfältig gelesen werden, da Bardon an vielen Stellen der Schülerin sagt was möglich ist und anschließend erklärt, dass nicht alles was möglich wäre unbedingt zu empfehlen sei. Die Schülerin der Hermetik strebt nach Gleichgewicht, besonders in Hinblick auf seine magischen Aufstieg. Viele der Möglichkeiten, die Bardon erwähnt können nur nach jahrelanger, konzentrierter und einseitiger Übung erreicht werden und dies läuft oft der ausgeglichenen Entwicklung zuwider.

Wenn du also am Ende dieses Teils mit dem Eindruck verbleibst, die Schülerin müsse die Verdichtung des Feuerelements bis zu einem Grad beherrschen, an dem tatsächlich ein mit dem Thermometer messbarer  Teperaturanstieg eintritt, solltest du den Abschnitt des Buchs nochmal lesen. Tatsächlich stellt Bardon fest, dass diese und ähnliche Kunststückchen für die fünfte Stufe keine Voraussetzung sind. Der Grund hierfür ist, dass sich mit der Entwicklung der Fähigkeiten einer Magierin und höheren Formen von Magie derartige Dinge sehr schnell und ohne die sonst notwendigen jahrelangen Bemühungen bewerkstelligen lassen.

In diesem und den folgenden Stufen sagt Bardon, dass die Projektionen (egal ob nun die eines Elements, eines Fluids, etc.) von der Magierin deutlich wahrgenommen werden müssen. Sie müssen so stark verdichtet sein, dass die Magierin sie wahrnehmen kann. Und darin liegt ein Problem für den passiven Leser, denn es entsteht der Eindruck, jeder sollte die Projektion der Magierin wahrnehmen können (wie die Hitze in einem Raum, der mit dem Feuerelement gefüllt ist). Tatsächlich ist es jedoch zweitrangig, ob eine zweite Person nun z.B. die Hitze im Raum spüren kann. Was allerdings von höchster Wichtigkeit ist, ist ob die Magierin selbst diese physischen Eindrücke wahrnehmen kann.

Der Grad der Verdichtung einer Projektion ist ein Ausdruck der plastischen Vorstellungskraft des Magiers. Von der fünften Stufe an wird die plastische Vorstellungskraft der Magierin bis zu einem solchen Grad geschärft sein, dass die Empfindungen, die die Visualisierungen begleiten, zur Wirklichkeit werden. Ob nun die eigenen Projektionen von anderen wahrgenommen werden können, sollte für die Schülerin unwichtig sein. Du musst nichts beweisen (Magie ist kein Wettbewerb) und wenn du dies dennoch als Ziel betrachtest, wird es deinen Fortschritt behindern.

Für den Leser ist es wichtig, sich zu vergegenwärtigen, was ich gerade gesagt habe. In den vorangehenden Kapiteln ist es wichtig sich zu vergewissern, ob Bardon meint, dass es die Magierin selbst sein muss, die etwas spüren muss oder ob es eine andere Person ebenfalls spüren können muss. In den meisten Fällen muss die Projektion nicht so verdichtet sein, dass sie für den gewöhnlichen Betrachter physisch wahrnehmbar ist.

Wenn wir "hohe Magie" als das definieren, was nach der Vereinigung mit einer Göttlichkeit kommt, dann kann das, was in der fünften Stufe gezeigt wird, irgendwo zwischen "niederer Magie" und "mittlerer Reichweite" eingeordnet werden. Zu diesem Zeitpunkt ist die Verdichtung einer Projektion bis zu dem Grad, auf dem andere Personen, ungeachtet ihrer magischen Fähigkeiten, sie wahrnehmen können, eine sehr schwierige Aufgabe. Sie ist mit diesen Mitteln zu erfüllen, würde aber so viele Jahre hingebungsvollen Studiums benötigen, dass es ein Abschweifen vom eigentlichen Ziel eines konstanten Fortschritts bedeuten würde.

Physisch (Magische Körperschulung):
Passive Kommunikation --

Die ersten Drei der vorbereitenden Übungen, die hier aufgelistet werden, sind interessant und die Bedeutung, die ihnen zukommt erschließt sich einem vielleicht nicht auf Anhieb. Die erste Übung, bei der die Hand erst mit Lebenskraft geladen und dann dazu gebracht wird, sich zu bewegen, ist die Rätselhafteste von ihnen.

Ihren Sinn und ihre Wichtigkeit zu erklären erfordert es, etwas weiter auszuholen - man möge mir das nachsehen. Beim gewöhnlichen Gang der Dinge sind zwei Dinge nötig, um einen Muskel zu bewegen: Energie und Wille. Ein Beispiel: Um deinen Arm zu heben, brauchst du zum Einen den Willen dies zu tun und zum Anderen die Muskelkraft, um die nötigen Muskeln zusammenzuziehen. Wenn eines davon fehlt, wird dein Arm sich nicht heben. In diesem Zusammenhang können wir zwei Arten von Muskelbewegung oder -kontraktion unterscheiden: willentliche und unwillentlichen. Ein Beispiel für die willentliche Kontraktion ist das bewusste Anspannen des Bizeps -- dazu ist eine Konzentration des Willens auf einen einzelnen Muskel notwendig. Zu einer unwillentlichen Kontraktion kommt es dagegen beispielsweise, wenn du den Arm hebst und sich als Folge davon der Bizeps zusammenzieht. Hierbei ist die Kontraktion des Bizeps nicht direkt gewollt, sondern ist ein gewöhnlicher Bestandteil des eigentlichen Willens, den Arm zu heben. Bei der willentlichen Kontraktion eines Muskels wird mehr Energie und Willenskraft verzehrt als bei der unwillentlichen. Der Wille, einen Muskel zu bewegen kommt aus dem eigenen Geist aber die benötigte Energie kommt aus dem körpereigenen Vorrat an physischer Energie.

In der ersten vorbereitenden Übung wird die physische Energie des Körpers durch die akkumulierte Lebensenergie ersetzt. Außerdem wird die Willensenergie nicht in den Muskel selbst, sondern stattdessen in die Lebensenergie gelenkt. Die vorrangige Funktion dieser Übung ist es, der Schülerin den Unterschied zwischen der normalen Bewegung eines Muskels (in diesem Fall der Hand) und der Bewegung durch eine äußere Kraft zu lehren. Es zeigt der Schülerin auch, wie sie die Verbindung zwischen dem Geist und den Muskeln unterbricht und dennoch eine Bewegung zustande bringt.

Die zweite Übung beinhaltet das Anstauen des Luft-Elements und das Erzielen von Bewegung durch dessen Eigenschaft der Schwerelosigkeit. Dies ist selbstverständlich eine Art einfacher Levitation die durch das Luft-Element ausgelöst wird. Wiederum bewirkt der Geist keine tatsächliche Muskelbewegung - die Bewegung wird ausschließlich durch die Schwerelosigkeit des Luft-Elements bewirkt und die Empfindung ist die des Schwebens. Dies trägt das was die Schülerin in der ersten vorbereitenden Übung gelernt hat eine Stufe weiter und lehrt sie selbst die Willenskraft von der Bewegung zu trennen. In der ersten Übung war es die Willenskraft, konzentriert in der Lebensenergie, die mittels der Muskeln die Bewegung bewirkte. In dieser Übung hingegen ist es das Charakteristikum des Luft-Elements selbst (seine Schwerelosigkeit), die die Bewegung auslöst. Die einzige Willensanstrengung, die für diese Übung benötigt wird, ist die beim Akkumulieren des Luft-Element gebraucht wird. Jede Kontraktion der Muskeln ist zufällig und unwillentlich.

Die dritte vorbereitende Übung beinhaltet die "Exteriorisation" der Hand (Anmerkung: Bardon spricht über die rechte Hand, aber wenn du Linkshänder ist, dann solltest du mit der linken Hand arbeiten.) Der Begriff "Exteriorisation" meint die bewusste Trennung der Verbundenen astralen und mentalen (astra-mentalen) Hand von ihrer physischen Hülle. Dies ist der erste Schritt die Technik des astra-mentalen Wanderns zu lernen, und hier wird sie auf die passive Kommunikation mit nicht-körperlichen Wesen angewandt.

Die Exteriorisation ist kein so einfaches Unterfangen, wie es dem passiven Leser scheinen mag. Damit die Exteriorisation vollständig ist, muss sich die astra-mentale Hand genau wie die physische Hand anfühlen. Wenn man beispielsweise die astra-mentale Hand exteriorisiert und sie sich auf den Schoss legt, dann muss man in der Lage sein, ganz deutlich den Kleidungsstoff, die Körperwärme und den Druck der auf dem Schoss ruhenden Hand zu spüren. Anders gesagt muss die astra-mentale Hand zu all den Empfindungen in der Lage sein, die auch die physische Hand spüren kann.

Es ist ziemlich leicht nur die mentale Hand zu exteriorisieren aber wirklich die astra-mentale Hand zu exteriorisieren ist schwieriger. Daher sollte man, um sich des Erfolges der astralen Exteriorisation zu vergewissern, die Empfindungen an den genannten Standards messen.

Wenn sie zur Meisterschaft gebracht wird, trennt diese astra-mentale Exteriorisation den Willen vollständig von der physischen Hand. Der Grund hierfür ist, dass es die astra-mentale Hand ist, die den Willen an die Muskeln der physischen Hand übermittelt. Das Ergebnis ist, dass die physische Hand nun leer ist und daher für den Einfluss einer Kraft von Außen bereit steht.

Bardon erklärt, dass eine physische Hand, die auf diese Weise von ihrem astra-mentalen Gegenstück verlassen wurde, dem Akasha übergeben wird. Dies ist für den passiven Leser schwer zu verstehen,  wenn es nicht mit den mentalen/geistigen Übungen der fünften Stufe, die sich mit dem Tiefenpunkt beschäftigen, in Verbindung gebracht wird. Vielleicht ist es besser erklärt, wenn man sagt, dass eine vom astra-mentalen Gegenstück verlassene Hand im Akasha als richtig vorbereitete Umgebung bemerkbar ist, durch die ein Wesen mit der physischen Welt direkt, durch das Akasha, kommunizieren kann (Dies ist ein Grund dafür, wieso es beim Prozess astra-mentalen Wanderns für die Magierin so wichtig ist, irgendeine Art von Schutz oder Abschirmung für den verlassenen Körper zu errichten).

Der Tiefenpunkt spielt eine große Rolle in der Praxis passiver Kommunikation. Diese Praxis besteht aus drei Phasen. Zuerst kommt die Vorbereitung der gegenständlichen Geräte wie Pendel, Planchette oder Stift und Papier sowie die Vorbereitung der Hand durch Exteriorisation.

Die zweite Phase besteht darin, den eigenen Tiefenpunkt zu erreichen, der eigene Mentalkörper wird so ins Akasha gebracht.

Die dritte Phase ist das Herbeirufen des Wesens mit dem du kommunizieren möchtest aus dem Akasha. Dieses Rufen erfolgt vollständig im Akasha und du spricht nichts mit deiner physischen Stimme aus. Das Wesen ist dann dazu eingeladen, die Hand deines physischen Körpers zur Kommunikation zu benutzen.

Wenn das Wesen einmal Kontakt mit der physischen Hand hergestellt hat, musst du die Augen wieder öffnen (und den Trance-Zustand dabei aufrechterhalten) und mit der Kommunikation fortfahren, indem du dem gewählten Wesen Fragen stellt und ihre Antworten notierst. Nachdem die Sitzung abgeschlossen ist, musst du selbstverständlich die astra-mentale Hand wieder zurück in den Körper bringen und den Trance-Zustand beenden.

Bardon rät der Schülerin, sich in erster Linie darauf zu konzentrieren, mit dem eigenen Schutzgeist oder-engel Kontakt aufzunehmen. In der okkulten Literatur wurde schon viel über die Natur dieses Wesen geschrieben, daher werde ich es hier nicht wiederholen. Es gibt noch viele weitere Methoden, um den Kontakt mit seinem Schutzengel aufzunehmen. Was Bardon hier präsentiert ist eine passive oder indirekte Methode der Kommunikation, die auf einem Medium (Pendel, Planchette, usw.) basiert. Wie Bardon erklärt, besteht der Sinn dieser passiven Kommunikation darin, den Schüler zu einer direkteren Form der Kommunikation hin zu führen.

Eine gute Ergänzung zum Lernen der passiven Kommunikationstechnik ist es, eine einfache direkte Kommunikation zu erlernen. Um das zu erklären: Wir alle haben in jedem Moment unseres Lebens Zugang zur Führung unseres Schutzengels - und zwar durch die kleine Stimme in unserem Inneren, die man Gewissen nennt. Durch aufmerksames Hören auf dein Gewissen wird diese Verbindung stärker -- ganz besonders, wenn du auf den Rat seines Gewissens hörst und alle seine Anweisungen befolgst. Letztendlich kann das innere Gespräch mit deinem Schutzengel zu einem Dialog werden, so dass du Fragen stellen und direkte Antworten erhalten kannst. Sowohl diese, als auch Bardons Methode führen zum gleichen Ergebnis aber Bardons Methode lehrt die Schülerin eine Reihe wichtiger Dinge, die die Methode, auf sein Gewissen zu hören, nicht vermitteln kann. Um auf dein Gewissen zu hören, ist es nicht erforderlich die Exteriorisation zu beherrschen, die Meisterschaft darin ist jedoch Grundlage für die Arbeit zukünftiger Stufen. Darüber hinaus kannst du zwar mit deinem Schutzengel kommunizieren, indem du auf dein Gewissen hörst, aber mit anderen Wesen funktioniert diese Technik nicht.

Bardon spricht von den verschiedenen Wegen, auf die die Botschaften eines nicht-körperlichen Wesens wahrgenommen werden könnten. Manche Schüler werden fremde Gedanken im eigenen Geist spüren, andere werden Bilder sehen, Worte hören oder Ähnliches mehr. Manchen wird es sogar gelingen, schon beim ersten Versuch passiver Kommunikation eine direkte Verbindung mit ihrem Schutzengel herzustellen. Es ist daher ungemein wichtig, dass der Schüler die Erfahrung zu stark einschränkt, indem er oder sie sich zu stark an die eigenen Erwartungen klammert.
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Rawn's Commentary Upon
Initiation Into Hermetics

  (c) 2002 - German Translation  

Contents

Einleitung @ Theorie

Stufe 1

Stufe 2

Stufe 3

Stufe 4

Stufe 5

Stufe 6

Stufe 7

Stufe 8

Stufe 9

Stufe 10 & Epilogue